Altersarmut ist weiblich – Soviel Rente bekommen Frauen

Glückliche Rente oder Sorge im Alter? Warum ist es so unglaublich wichtig, dass Frauen Ihre Finanzen in die eigene Hand nehmen?

Die durchschnittliche Rente für Frauen lag bei 729€ brutto in 2019.
Wer soll davon leben? Du fragst Dich, warum so wenig?

Wieviel Rente wurde 2019 durchschnittlich tatsächlich ausbezahlt?

Wieviel Rente wird ausbezahlt?

Quelle: Altersrenten – Monatlicher Zahlbetrag nach Geschlecht | Statista

Die Grafik ist ernüchternd. Für Männer wurden durchschnittlich 1.266€, für Frauen dagegen nur 729€ (brutto) Rente ausbezahlt. Und das ist Brutto. Das bedeutet, dass davon der Beitrag für die Krankenkasse, für die Pflegekasse und Steuern weggehen.

Um das zu verstehen, schauen wir uns die Berechnung der Rente an. Es ist gar nicht so schwierig:

Entgeldpunkte x Zugangsfaktor x Aktueller Rentenwert

Lass uns zuerst ein paar Fakten schaffen. Beginnen wir mit der gesetzlichen Höchstrente:

Wie hoch ist die gesetzliche Höchstrente 2020?

Was ist das Maximum, dass die Deutsche Rentenversicherung ausbezahlt?
Die gesetzliche Höchstrente liegt rechnerisch bei 3.077,10€ im Monat. Dies ist allerdings nur ein rechnerischer Wert, denn dafür müsste man 45 Jahre lang doppelt so viel wie der Durchschnitt aller rentenversicherungspflichtigen Beitragszahler verdient haben. Etwa 83.000€ brutto – 45 Jahre lang bis Alter 67. Also von Alter 22-67.

Da dies unrealistisch ist, empfiehlt es sich mit dem Durchschnitt der bezahlten Renten zu rechnen. Das bedeutet: 45 Jahre lang (bis 67) ein Verdienst von etwa 41.500€ brutto ergibt
ca. 1.538,55€ Bruttorente.

Jetzt bist Du dran: Hand auf´s Herz: Wie viele Jahre in Deinem Erwerbsleben hast Du etwa 41.500€ verdient?
(sprich 45 Entgeldpunkte gesammelt)?

Mal abgesehen davon, dass für jeden Monat, den Du früher als 67 in Rente gehst Dein Zugangsfaktor (67 Jahre = 1) um 0,0334 schrumpft. Beispiel: Rente mit 65 bedeutet Faktor 0,93.
In Zahlen bedeutet das eine Durchschnittsrente mit Beginn Alter 65 Jahre von 1.427€.

 

Rentenformel einfach erklärt

Faktor 1: Endgeldpunkte

Die gesetzliche Rente setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Der entscheidende Faktor sind die „Entgeldpunkte“. Ja, wir sammeln jedes Jahr Punkte. Im besten Fall 2 Stück pro Jahr. Dabei wird 1 Punkt dann gutgeschrieben, wenn man genauso viel wie der Durchschnitt aller rentenversicherten Bürger in Deutschland verdient. Verdient man mehr als der Durchschnitt, können bis maximal zwei Punkte gutgeschrieben werden. In den Jahren mit weniger Verdienst als der Durchschnitt, werden entsprechend weniger Punkte zum Rentenkonto addiert, beispielsweise 0,5 Punkte.

Das Durchschnittseinkommen per 01.07.2020 lag bei 41.514€ brutto und hat 1,0000 Punkte gebracht.

Faktor 2: Rentenwert

Jeder Entgeldpunkt bekommt einen Wert in Euro zugewiesen. Seit 01.07.2020 liegt dieser Rentenwert bei 34,19€ (in Westdeutschland und bei 33,23€ in Ostdeutschland).

Faktor 3: Zugangsfaktor

Wenn man bis zur Regelaltersgrenze von derzeit 67 Jahren durchhält, lautet der Zugangsfaktor 1,00 und man kann einfach die Punkte mit dem Wert multiplizieren. Falls man früher in Rente gehen möchte, beispielsweise mit 65 Jahren, verringert sich der Zugangsfaktor auf 0,93. Bei dem Rentenbeginn mit 63 ist der Faktor bei 0,86. Man kann sagen, der Faktor jeden Monat früher um 0,0334 schrumpft.

Wann gehen die Deutschen im Durchschnitt in Rente? – mit 64,3 Jahren 

Durchschnittliches Renteneintrittsalter

Quelle: Statista Entwicklung durchschnittliches Renteneintrittsalters in Deutschland Renteneintrittsalter in Deutschland bis 2019 | Statista

Wie lange wird die Rente im Durchschnitt bezahlt?

In 2019 lag die durchschnittliche Rentenbezugszeit von Frauen bei 21,1 Jahren (West). Das bedeutet, dass dass Vermögen, dass privat nebenher aufgebaut wird, mindestens für diesen Zeitraum halten sollte bis es verbraucht ist.

Durchschnittliche Rentenbezugsdauer in Deutschland | Statista

Fazit:

Es ist unglaublich wichtig, dass Du Dich um Deine Finanzen im Alter kümmerst. Wenn Du es nicht tust, wird es für Dich getan und das ist nicht immer die Beste Version der Gestaltung.

Je früher Du beginnst für dich zu sorgen, umso mehr kann Dir die gute Fee „der Zinseszinseffekt“ zur Seite stehen.

Carina von Oosten