Welches Depot ist das richtige für Frauen?

Welches Depot für Dich das richtige ist, hängt stark von Ihrem Nutzungsbedarf und von Deinem Typ ab:

Typ A: Du bevorzugst kurze Wege zum Berater*Innentisch und pflegen Kontakte zur Hausbank.
Typ B: Dir ist unabhängige Beratung wichtig und Du verfolgst eine konkrete Anlagestrategie. Dazu möchtest Du ab und zu in das Depot via Online Banking Einsicht nehmen.
Typ C: Du favorisierst schnelles und selbständiges Handeln von überall aus und handeln ohne Beratung.

Sehen wir die einzelnen Möglichkeiten etwas genauer an:

Klassische Filialbank

Damit ist z.B. eine Sparkasse, Volksbank oder die Deutsche Bank um die Ecke als Beispiele gemeint. Ein Depot dort hat viele Vorteile aber auch einige Nachteile.

Vorteile

  • Als Bank mit Vollbanklizenz können alle Arten von Wertpapieren dort gelagert und gehandelt werden.
  • Es bsteht die Möglichkeit diese Bank auch für den Zahlungsverkehr zu nutzen. z.B. mit einem Girokonto oder einer Kreditkarte
  • Immer ein Ansprechpartner verfügbar

Nachteile

  • Relativ hohe Depotführungsgebühren
  • Hohe Tradingkosten bei Einzelaktien produziueren Kosten ca. 25€ – 75€ pro Vorgang
  • Der Kauf von Fonds beinhaltet normalerweise den Ausgabeaufschlag von 5% (Aktienfonds)
  • Die Vorgaben der einzelnen Bankgesellschaften sind die hausinternen Produkte zu priosrisieren
  • Teilweise werden keine ETF’s zum Kauf angeboten

Online Bank

Der Vorteil einer Online Bank, wie beispielsweise die Augsburger Aktienbank, EBASE, Fidelity Fonds Bank, Comdirect oder ING Diba, liegt in den geringen Konto- und Depotführungsgebühren. Die Gebühren der Online Banken sind günstiger (manchmal gratis), da weder ein Filialnetz noch größere Bürogebäude existieren. Auch eine Online Bank  muss irgendwann profitabel arbeiten. Daher verändern sich die Bedingungen häufig. Es kann sein, dass nach der Aktualisierung der AGB´s, das Girokonto (bis vor Kurzem noch gratis) z. B. 4,95€ monatlich kostet. Oder es werden weitere Bedingungen gefordert, damit es gratis bleibt. Hier liegen die Details im Kleingedruckten und diese verändern sich öfters.

Vorteile

  • geringe Depotgebühr, teilweise kostenfrei
  • benutzerfreundliche App’s für das Handy sind verfügbar
  • teilweise Pauschale beim Handel mit Fonds und ETF’s, z.B. 2€ pro Kauf
  • einfaches Handeln der einzelnen Wertpapiere via App
  • Auswahl an ETF’s teilweise verfügbar

Nachteile

  • Tradingkosten von Einzelwerten liegen bei 15 € – 75 € pro Vorgang
  • häufige Veränderungen der Konditionen: Fonds des Monats mit xx % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag
  • Keine Beratung, reines „Do it yourself“- Depot
  • Auswahl an ETF’s teilweise eingeschränkt

Handy App

Trade Republic, FlatEx, Etoro, Scalable, JustTrade, oder CoinBase – um nur einige aktuelle Trading Apps zu nennen. Noch nie war es so einfach Aktien, Fonds und ETF’s zu handeln und direkt am Kapitalmarkt teilzunehmen. Mit einem Klick auf dem Smartphone: kaufen, verkaufen oder kurz checken was die Börse so macht. Es ist nicht immer gleich ersichtlich um welche Bank es sich dort handelt Teilweise muss man die Bank dahinter suchen oder es ist eine Kombination aus Vollbank und Handelsplattform.

Und welche Infomationen führen zum Kauf oder Verkauf?

Vorteile

  • gratis Depot
  • Flatrate pro Trade und scheinbar keine Provision
  • benutzerfreundliche App’s für das Handy
  • sehr einfaches Handeln der einzelnen Wertpapiere via App
  • umfagreiche Auswahl an ETF’s verfügbar
  • Zugang zur Börse für jede Person möglich

Nachteile

  • hohes Stresslevel durch ständiges „Checken“ des Marktes
  • extra Recherche notwendig, welche Bank „dahinter steht“
  • Gefahr der Versuchung „schnell reich zu werden“
  • Keine Beratung, reines „Do it yourself“- Depot
  • Wo bleibt die Langzeitstrategie? – Wer klärt über die Risiken des Kapitalmarktes auf?

Fazit

Beim umfangreichen Angebot an Depot kann man schnell den Überblick verlieren. Ich finde ich es ausgesprochen positiv, dass sich immer mehr Menschen mit dem Kapitalmarkt und der Anlagemöglichkeiten beschäftigen. Darin stecken Chancen das Vermögen zu mehren, allerdings auch Risiken, Teile des Vermögens oder das ganze Vermögen zu verlieren. Je nachdem in was, mit welcher Diversifikation oder mit welchem Hebel investiert wurde.

Investieren an der Börse will gelernt sein, denn nur wer weiß, welche Gefahren drohen und welche Faktoren die Kurse beeinflussen, kann die Risiken besser einschätzen und langfristig erfolgreich sein.

Carina von Oosten